02.06.2022

BVIZ-Facts 2022

Trotz Corona-Pandemie: Startups und Unternehmen in den Innovations-, Gründer- und Technologiezentren in Deutschland weiter auf Erfolgskurs

Berlin, den 02.06.2022
Mit der jährlichen gesamtdeutschen Erhebung des BVIZ wurden nicht nur aktuelle Zahlen zu Gründungen und der Entwicklung in den Zentren zum Jahr 2021 erhoben, sondern auch nach Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Gründungsgeschehen und die Situation in den Zentren gefragt.

Bereits das durch die Corona-Pandemie geprägte Jahr 2020 hatte auch das Gründungsgeschehen in Deutschland beeinträchtigt und beispielsweise laut KFW-Gründungsmonitor einen sichtbaren Rückgang der Gründungen verursacht. In den über 350 deutschen Innovations-, Technologie- und Gründerzentren war diese Entwicklung allerdings bereits in 2020 praktisch nicht oder nur geringfügig zu verzeichnen.

Dieser positive Trend setzte sich im Jahr 2021 fort, wobei insbesondere bei den die Neugründungen in den Zentren (inklusive Anmietung) im Vergleich zum Vorjahr wieder ein Zuwachs zu verzeichnen war; externe Gründungen wurden vergleichsweise jedoch weniger betreut. In Summe gingen damit die von den Zentren betreuten Gründungen von 5.240 im Vorjahr leicht auf 4.830 in 2021 zurück.

Die Mehrzahl der Zentren (knapp 60%) gab an, im Vergleich zum ersten Pandemiejahr keine Veränderungen im Gründungsgeschehen verzeichnet zu haben; davon knapp 20% sogar praktisch gar keine Verschlechterung im Vergleich zur Vor-Pandemiezeit. Bei einem guten Viertel hatte sich die Situation eher verschlechtert. Dem entgegen hatte bei 15% der Zentren das Gründungsgeschehen sogar wieder zugenommen.

Die Innovations- und Gründerzentren haben sich auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie trotz der vielfältigen Einschränkungen als stabile Institutionen und hilfreiche Anlaufstellen für Gründer erwiesen. Unter anderem wurden durch die Zentren und deren regionale Gründerökosysteme verstärkt neue oder virtuelle Angebote für Startups und junge Unternehmen entwickelt.

Den Angaben der Zentren zufolge haben von der Pandemie betroffene Unternehmen beispielsweise ihre Geschäftsmodelle angepasst, sind auf digitale Angebote umgestiegen oder haben für sich sogar neue Geschäftsfelder erschlossen. Teilweise wurde bei den Unternehmen trotz -oder wegen Corona- Wachstum und/oder gestiegene Umsätze erzielt.

Im Rahmen der statistischen Erhebung zum Jahr 2021 wurde darüber hinaus danach gefragt, ob Unternehmen oder Gründer in den Zentren staatliche Unterstützung (Corona-Hilfsmaßnahmen) in Anspruch genommen haben. Von 80 Rückmeldungen zu dieser Frage gaben 35 an, keine Kenntnis darüber zu haben. Von weiteren 35 Zentren wurde dies mit JA beantwortet.

In Summe wurde die Anzahl von 62 Unternehmen genannt, die Corona-Hilfen beantragt hatten. Und die staatlichen Corona-Hilfen haben ihren Zweck erfüllt! Dank dieser staatlichen Unterstützung konnten bei 52 Unternehmen sogar erhebliche finanzielle Probleme oder gar Insolvenzen vermieden werden. Lediglich in einigen wenigen Fällen konnten trotz finanzieller Corona-Hilfen pandemiebedingte, wirtschaftliche Probleme nicht bewältigt werden.

Die Anzahl der in den Zentren eingemieteten Unternehmen ist im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht gestiegen. Dies korrespondiert mit der zu Beginn genannten gestiegenen Anzahl von Gründungen in den Zentren.

Entsprechend stieg auch leicht die Anzahl der Arbeitsplätze bei den Firmen/Mietern im Jahr 2021. (Details siehe Anlage statistische Übersicht) Die von zahlreichen Mieterfirmen, bzw. deren Mitarbeitern genutzte Möglichkeit des Arbeitens im Homeoffice zog bisher keine Reduzierung der angemieteten Flächen nach sich, bzw. ist auch wieder ein Trend zur Rückkehr in die Büros/Arbeitsplätze am Unternehmenssitz erkennbar. Entsprechend ist die Auslastung der Mietflächen in den meisten Zentren weiterhin sehr hoch.

Unter dem Aspekt, dass insbesondere wissensbasierte, bzw. innovative Gründungen erfahrungsgemäß anspruchsvoller und erfolgreicher sind, ist die Situation und Entwicklung in den Innovations-, Gründer- und Technologiezentren umso positiver zu werten. Eine äußerst geringe Insolvenzquote bei den Startups in den Zentren von rd. 1% bekräftigt dies.

Die kumulierte Anzahl der aktuell in den Zentren ansässigen, sowie zwischenzeitlich ausgezogenen und an einem anderen Standort in den Regionen ansässigen Unternehmen von über 49.000 und die Gesamtsumme der über die vergangenen Jahre geschaffenen Arbeitsplätze von über 314.000 spiegeln nicht zuletzt die Kontinuität der Arbeit der Zentren und deren Wirksamkeit als effiziente Instrumente regionaler Wirtschaftsförderung wider.


Autor:
Andrea Glaser
Bundesgeschäftsführerin

Herausgeber:
BVIZ
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